Türkei (zum 2. Mal)

DER KREIS HAT SICH GESCHLOSSEN

Was uns in Iran noch gelungen ist, wurde in der Türkei unmöglich. Irgendwann musste es soweit kommen, es gab kein Entkommen. Die Rede ist vom Kreuzen unserer Route. Genau in Diyarbakır, die Hauptstadt der türkischen Kurden, war es soweit. Wir gelangten zum Ort, wo wir schon vorher mal gewesen waren auf dieser Reise. Witziger Zufall: wir waren auf den Tag genau ein Jahr vorher da gewesen! Indem sich der Kreis geschlossen hat, beendete sich für uns das Gefühl, weit weg zu sein. Aber jedes Ende bedeutet auch immer einen neuen Beginn (tolle Weisheit, ne?). In unserem Fall war das die Rückkehr ins Bekannt und noch toller, das Wiedersehen mit Freunden!

Der erste Kandidat war Faruk. Ein unglaublich herzlicher und weltoffener Kurde, den wir letztes Jahr kennengelernt hatten, als wir zwei Nächte auf seinem bewachten Parkplatz mitten in Diyarbakır campiert hatten. Auch dieses Jahr sind wir ausserhalb der Stadt heimlich Haschisch rauchen und Bier trinken gegangen. Beim Abschied haben wir ihm versprochen, unsere Freunde bei ihm vorbei zu schicken. Also, alle Overlander die in die Richtung fahren, ihr seid herzlich willkommen! Hier die Koordinaten: N37 54.636 E40 13.989

Anschliessend hatten wir uns mit unserem Freund, ehemaligem Mitbewohner und Arbeitskollegen René aus Holland verabredet. Das Treffen hatten wir schon vor Wooooochen geplant und sorgte dafür, dass unsere Reise ab und zu spannend wurde (vor allem für René), weil nicht immer sicher war, ob wir rechtzeitig in Kayseri (Stadt in der Zentraltürkei) ankommen würden. Aber alles hat bestens geklappt, und wir haben ihn wie es sich gehört rechtzeitig vom Flughafen abgeholt. Zu dritt sind wir danach während einer Woche von Cappadocia aus über’s Schwarze Meer bis Istanbul gefahren. Es war eine witzige Woche mit leckerem türkischem Essen (wie immer), vielen Kilometern (fast 2000), off-road fahren in Cappadocia (siehe das Filmli weiter unten), zwei tollen Campingorten in der Natur und zahllosen Gesprächen über Karpfenfischen („ich hab hier bereits gefüttert“), kochen („zurück zur Basis“) und Fussball.

„Habt ihr Holländischen Kaffee?“, fragte man uns eines Morgens ein vorbeifahrendes Auto nach einer Nacht im Wilden campiert zu haben. Die Insassen: der Holländer Jan und seine türkische Frau Ferdane. Völlig zufällig wohnten sie weniger als einen Kilometer von unserem Übernachtungsplatz entfernt im süssen und völlig unbekannten Dörfchen Ortaburun. Als erstes wurden wir zum Frühstück eingeladen, später gingen wir zusammen Çai trinken beim lokalen Teehaus, und abends wurden wir verwöhnt mit leckerem Essen und durften wir da übernachten. Als wir uns am nächsten Tag nach dem Frühstück, einer Session Fischen beim nahe gelegenen Stausee und noch mehr Tee verabschieden wollten, wurden wir prompt durch andere Dorfbewohner zum Essen und Übernachten eingeladen. Was für eine Gastfreundschaft! Aber wir hatten bereits ein anderes Treffen geplant und hatten auch wieder Lust, zu zweit weiter zu fahren. Auch bei diesem Abschied wurde uns versichert, dass all unsere Freunde genau so willkommen seien wie wir. Also hier wiederum die Koordinaten: N40 37.094 E29 08.995 🙂

Ja, und dann war da noch Eveline, eine Freundin und ehemalige Arbeitskollegin von GITP, die mit ihrem Freund Max auch entschieden hatte, per Auto nach China zu fahren. Im Vornherein hatten wir schon oft hin und her gemailt wegen der Vorbereitung ihrer Reise. Es machte richtig Spass, ihre Vorfreude zu teilen. Und als wir einmal wussten, dass sich unsere Wege in der Türkei kreuzen würden, fing das sms’en an. „Wo seid ihr jetzt?“ „Wann kommt ihr ins Land?“ „Entlang welchen Ufers fährt ihr entlang des Marmara Meers?“ und so weiter. Langer Rede kurzer Sinn, wir haben uns irgendwo in der Pampa getroffen (N41 01.717 E27 49.646), stundenlang gequatscht, ein Gericht mit Türkischen, Holländischen, Russischen und Kasachischen Zutaten gekocht, und einen Tag später unsere Dachzelte eingepackt, um in entgegengesetzten Himmelsrichtungen weiter zu fahren. Siehe auch ihren Holländischen Bericht über unser Treffen.

Zu guter Letzt, die grosse Überraschung, aber sicher nicht zum ersten Mal: die Hofstetters! Bereits in 7 Ländern sind wir dieser netten Schweizer Familie mit ihrem Sohn und Hund begegnet (Mongolei, Laos, Kambodscha, Thailand, Malaysia, Indien und jetzt Türkei). Manchmal geplant und manchmal zufällig. Diesmal gehörte zur Kategorie ‚zufällig‘. Sie kamen vom Mittelmeer her und fuhren gegen Norden, um in Griechenland die Fähre nach Venedig zu erwischen. Und wir hatten eigentlich vor, uns noch ein paar Tage an der türkischen Küste zu entspannen. Aber da wir mittlerweile ein Abo haben auf’s tägliche-Ändern-unserer-Pläne, machten wir rechtsumkehrt und fuhren spontan mit ihnen noch am gleichen Tag nach Griechenland. So haben wir wenigsten einmal ein Stück gemeinsam gefahren während dieser Reise. 😉


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