Thailand . [part 2]

LONG WAY DOWN
(kleiner Hint zu Ewan McGregor’s 2. Film) 😉

Fast 2500km haben wir in den letzen 4 Tagen hinterlegt. In hohem Tempo sind wir von Chiang Mai im Norden Thailands nach Kuala Lumpur gefahren, der Hauptstadt von Malaysia. Sicher verglichen mit unserem Trödelreisetempo seit Laos (sprich: Oktober) mussten wir uns etwas umgewöhnen. Jeden Tag Kilometer machen mit einem Ziel und einer Deadline vor Augen: die Verschiffung unseres Autos.

Ja, der Wagen muss auf’s Boot, weil wir nicht über den Landweg nach Indien können (mit Dank an Birma, bzw. Myanmar, die einen nicht durchfahren lassen). Und wir haben Glück! Denn ein Auto verschifft man nicht einfach so mal schnell. Das muss man sicher 2 – 3 Wochen vorbereiten mit viel Administrationszirkus und wenig Zeit, um andere nette Dinge zu tun.
Aber in unserem Fall brauchten wir nur rechtzeitig beim Hafen anzukommen, um das Auto zwei Tage später auf’s Schiff nach Chennai (Indien) zu verladen. Denn die lieben Hofstetters, die Familie der wir seit der Mongolei immer mal wieder begegnen, verschiffen ihren kleinen Lastwagen auf einem ‚Flat Rack‘ wo noch extra Platz übrig ist – ihr erratet es schon – genügend für unser Auto! Wir teilen uns also die Ladefläche und die Kosten. Aber es ist schon ein schräger Gedanke, dass wir danach in ein Flugzeug steigen werden, um in Indien auf’s Auto zu warten. Fliegen gehört sich doch nicht für Overlanders! 🙂

Bevor wir aus Chiang Mai losfuhren, hatten wir das Gefühl ewig viel Zeit zur Verfügung zu haben und haben vieles unternommen. Die Fotos hier unten sprechen grösstenteils für sich. Ab dem Moment jedoch, dass wir wussten, dass unser Auto am 8. Februar abfährt, bahnte sich uns langsam ein neues Gefühl an. Ein eigenartiges und etwas melancholisches Gefühl vom ‚Anfang des Endes‘ unserer Reise. (Zum Glück haben wir noch 3 Monate Zeit, um uns an das Gefühl zu gewöhnen, hihi).

Und so fängt man halt an, ein wenig zurück zu blicken. Ein Ding, das diese Reise unvergesslich macht, steht jetzt schon ganz klar fest. Das sind die Leute, denen wir unterwegs begegnen. Fast täglich ist wieder irgendeine ‚Perle‘ oder ein ‚Engel‘ oder so ähnlich dabei. Viele von ihnen sind Semi-Locals. Das heisst, Ausländer die in Asien wohnen und uns viel erzählen können, wie’s hier zu und her geht und doch auch ‚unsere Sprache‘ sprechen. Irgendwie haben wir uns mit denen oft auf Anhieb gut verstanden. Und dann wurde es natürlich rasch so lustig und gesellig, dass wir entschieden noch einen Tag länger zu bleiben. Und dann noch einen Tag und noch einen. Und so weiter. So sind wir schon des Öfteren schlussendlich eine ganze Woche irgendwo hängen geblieben. Und über jede Person könnte man lauter Geschichten erzählen. Viel zu viele um sie hier alle zu beschreiben. Von daher hier die ‘Prachtstücke’.

Meopar – ein ehemaliger Thai Boxer und jetzt Trainer, bei dem wir gleich mehrere Tage private Muay Thai Stunden genommen haben. Wouter hat’s sogar so gut gefallen, dass er sich gleich 2 Hosen gekauft hat und in Holland auf in einen Kurs gehen will. Als wir zum allerletzten Mal beim Training waren, hat Meopar sogar bei sich zu Hause für uns gekocht. Irrsinnig nett!
Und wir haben unser Auto nach ihm benannt! Ja, nach 10 Monaten Weltreise haben wir unserem Auto doch noch einen Namen gegeben. Meopar bedeutet nämlich ‚schwarzer Panther‘ auf Thailändisch. Das fanden wir passend zur neuen Farbe unseres Autos. 😉

Uli (73 Jahre) ein Arzt aus Deutschland, der uns auf seinem Roller zu einer Klinik mitnahm, wo er als Akkupunkturist arbeitet. Es geht um eine halblegale Klinik für Burmesen, die sich zu einem Spottpreis in Thailand behandeln lassen und danach wieder zurück in ihr Land gehen. Noch nie habe ich jemanden getroffen mit so einer Lebensgeschichte. Und Uli meinte, es wäre bloss ein Bruchteil von allem, das er erlebt hat. Mir fällt nicht schnell der Kiefer runter, aber bei seinen Geschichten kriegte ich ihn kaum wieder hoch. Und auf die Frage, ob er nicht mal ein Buch darüber schreiben möchte, meinte er, es würde ihm ja doch keiner glauben.

Roberto, ein sehr netter und witziger Italiener. Am 2. Tag, als wir uns mit ihm trafen, stellte sich heraus, dass er Kameramann war von unter anderem dem Film Avatar. Er war in Mae Hong Son für für Filmaufnahmen und am Tag darauf durften wir auch zum Filmset, um ihm beim Drehen zuzuschauen. Ein sehr spezielles Erlebnis war das. Und selbstverständlich haben wir den Tag wieder in einer Bar abgeschlossen. 😉

Tja, und jetzt sind wir also in Malaysia, bekommen kaum was vom Land mit und sind mit Verschiffen beschäftigt: Auto waschen für die Indischen Behörden, damit das Auto nicht zu einem horrend hohen Preis desinfiziert werden muss, jeden Tag Geld bis zum Maximum abheben, um das Verschiffen zahlen zu können, ein Hotel in Indien buchen – nicht gerade seeehr einfach so auf Abstand, etc. Also alles sehr inspirierend… NOT.

Wie dem auch sei, am Sonntag wird das Auto auf’s Boot geladen, montags verlässt das Schiff den Hafen, am Dienstag fliegen wir nach Indien und samstags kommt der Wagen in Chennai an. Was uns am anderen Ende des Ozeans erwartet, wissen wir noch nicht. Aber wir finden es ehrlich gesagt recht spannend.


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