Thailand . [part 1]

ERKÄLTET?
Ja, wir wissen auch nicht so recht, wie es möglich ist, aber wir haben uns beide ‘erkältet’. Die Bedeutung des Wortes ist hiermit sinnlos geworden, denn es ist hier bei weitem nicht kalt. 😛 Aber wir haben dennoch die tollen Symptome verstopfte Nase, etwas Fieber und wenig Energie. Naja, abgesehen davon können wir uns nicht beklagen. Thailand gefällt uns sehr gut!

Selber war ich am Anfang etwas zurückhaltend mit meinem Enthusiasmus, weil es hier einige Male touristischer ist, als an allen anderen Orten wo wir bisher waren. Und natürlich ist es angenehm, wenn man die Menükarte entziffern kann und man mal ein westliches Gericht bestellen kann. Aber als um einen herum nur noch ‚Farang‘ (Westler) mit Tätowierungen und Rollkoffern zu sehen sind, und die paar übrig gebliebenen Thailänder einen gähnend hinter der Bar bedienen und bloss nicht an den Tisch kommen, ist es mir weniger wohl. Ich rede grad vom Partyparadies ‚Lonely Beach‘ auf der Insel Ko Chang, wo wir über Neujahr blieben. Unsere Hütte war schon spottbillig, das muss man ihr lassen. Aber die Stimmung hatte nichts mit dem Thailändischen Thailand zu tun. Dies entspricht vor allem meiner Meinung, denn Wouter hat’s da viel besser gefallen. Von daher ‘we agreed to disagree’. Haha!

An Silvester bin ich der lauten Musik entwischt, die jede Nacht bis in den frühen Morgen am Strand gedreht wurde. Zusammen mit 4 anderen Touristen plus Reiseführer hab ich eine 2-tägige Dschungeltour gemacht zum höchsten Berg von Ko Chang. Was für eine Wanderung! Sehr steil, anstrengend und ab und zu recht spannend. Aber bin sehr stolz, dass ich’s getan und überlebt hab und jetzt weiter erzählen kann.

Ah ja, die allererste Nacht in Thailand (also noch vor Ko Chang) haben wir auf einem Pier verbracht und endlich mal wieder in unserem Dachzelt geschlafen. Es waren zwar recht viele Leute auf dem Steg, aber allzu neugierig betrachteten sie uns nicht, als wir das Zelt auspackten. Und eine Minute nachdem wir mit allem fertig waren, fing ein voll krasser Sturzregen an, der sicher eine Stunde dauerte. Im Nu waren alle Leute verschwunden, und wir blieben als einzige zurück auf dem Pier. Was für ein toller Übernachtungsort war das! Und wie schön, um am Morgen aufzuwachen vom Geräusch der Wellen und der Fischerboote.

Nach Ko Chang sind wir Richtung Bangkok gefahren. Eine berühmte und berüchtigte Stadt natürlich. Wir hatten im Vornherein allerlei Vorstellungen von einem gigantischen Chaos, einem schrecklichen Verkehr und einer ermüdenden Stimmung. Und was stellte sich heraus? Wir fanden es fantastisch! Und das in vielerlei Hinsichten:

Verkehr
So wie jede grosse Stadt auf dieser Welt, ist selbstverständlich viel los und muss man gut ausgeschlafen sein, wenn man ‚ein wenig spazieren gehen‘ möchte. Aber der Verkehr war viel besser als erwartet. Thailänder fahren schnell aber sehr gut, schauen in den Spiegel, fahren nicht gegen den Verkehr und halten sich an ‚normale‘ Regeln. Das heisst, sie schauen zum Beispiel erst ob’s Platz hat, bevor sie mit ihrem Auto von einer Seitenstrasse in die Hauptstrasse einbiegen. Da ging’s in anderen Asiatischen Ländern ganz anders zu und her!

Sicherheit
Nachts alleine auf die Strasse als Frau – kein Problem! Es finden bestimmt irgendwo in der Stadt kriminelle Aktivitäten statt. Aber von denen haben wir absolut nichts gemerkt. Nun muss gesagt werden, dass es in ganz Südost Asien (inklusive China) sehr sicher ist auf der Strasse (im Gegensatz zur Mongolei und Zentralasien, by the way).

Essen
Das Thailändische Essen ist sehr berühmt. Dementsprechend werden an allen touristischen Orten ‚Cooking Courses‘ angeboten. Wir haben der Verführung des Kochens bisher widerstehen können, aber das Essen selber, gefällt uns bestens, obschon es selbst für uns ‚kleine Esser‘ nicht echt nahrhaft ist. Persönlich finde ich die Art in der Thailändisches Essen in den Himmel gelobt wird leicht übertrieben. Es gibt schliesslich fast immer Reis oder Noodles, Huhn, Schwein oder Shrimps, frisches Gemüse (grüne Bohnen, Rüebli, Kohl und grünen Mango) und zu guter Letzt Chili, Chili und nochmals Chili. Aber es schmeckt jedenfalls jedes Mal gleich lecker!
Und was so toll ist, ist dass man ‚Street Food‘ ohne Weiteres vertrauen kann! Dann spaziert man so zu einem Essensstand (in Bangkok braucht man dazu nie mehr als 100m zu gehen), schaut sich alle Töpfchen und Zutaten an, die angeboten werden und zeigt mit dem Finger welchen Mix man davon gerne haben möchte. Und nicht vergessen ‚not spicy please‘ zu sagen, wenn man so wie ich kein scharfes Essen mag. 🙂 Kosten: selten mehr als € 2.- für zwei Personen!

Öffentliche Verkehrkehrsmittel
Taxis, Tuk-Tuks und Busse haben wir im Prinzip vermieden. Die sind entweder zu langsam, teuer oder voll. Viel mehr gefiel uns der Transport über’s Wasser! Bangkok erschien uns wie Venedig (nicht, dass einer von uns je da gewesen wäre, aber trotzdem) oder Amsterdam. Es gibt zwei Arten Gewässer. Das eine ist der grosse Fluss, der von Norden nach Süden fliesst und worauf diverse Boote mit diversen Geschwindigkeiten und diversen Preisen die Passagiere transportiert.
Und dann gibt’s da die ‚Khlong‘, eine Art Kanäle die nach rechts und links vom grossen Fluss aus in die Stadt führen. Auf einem dieser ‚Khlong‘ haben wir ein paar Mal das ‚Khlong Taxi‘ benützt. Die fahren manchmal bis 30km/h quer durch die Stadt. Während der Fahrt kommt man an Holzhütten der etwas ärmeren Leute vorbei, aber auch an Stücken voller tropischen Pflanzen, so dass man denkt im Dschungel zu sein und später wieder entlang der modernen Wolkenkratzer im Zentrum. Aber eigentlich sieht man nur die Hälfte, denn während der Fahrt wird ein Plastiksegel an den Seiten hochgezogen, damit nicht alle nass werden von den Wellen. Wir fanden diese Fahrten sehr abenteuerlich!

Lady boys
Man hört immer Geschichten von den schönen Thailändischen Transvestiten/Transsexuellen und wie schön sie alle sind, und dass sie kaum von echten Mädchen zu unterscheiden sind. Das mag ja wohl sein, wenn man mehr in die Rotlichtviertel der Stadt geht. Aber was uns auffiel, war dass es viele nicht-so-schöne und recht-gut-erkennbare Lady Boys zu sehen gab. Und dass man ihnen nicht nur in Bars begegnet, sondern an jedem denkbaren Ort. Also auch zum Beispiel als Verkäufer in einem kleinen Laden. Schade, dass wir kein Thai sprechen, denn ich hätte gern mehr erfahren über wie sie dazu kommen und wie in der Gesellschaft über sie gedacht wird.

Thai boxen
Vergesst alle blutigen Vorurteile. Thai boxen ist genial! Ich war im Vornherein etwas skeptisch und fand die Wettkämpfe am Fernsehen bescheuert. Aber einmal im Raja Stadium inmitten der Stimmung, war ich völlig überzeugt. Und ich war überrascht über wie sportlich es da zu und her ging. Ich hab den ganzen Abend (und wir waren da von 18 – 23 Uhr) bloss einmal ein wenig Blut gesehen. Ansonsten hatte es nur schöne Männer in Topform, schräge Hintergrundmusik und johlende Zuschauer. Fantastisch!

Langer Rede kurzer Sinn: Bangkok rules!





Advertisements

1 Comment

  • 1. Edelgard  |  January 28, 2010 at 20:56

    Hallo, ich habe eure webpage durch das Oasis Guesthouse in Ulanbator erhalten. Wir (mein Mann und ich mit Toyota Landcruiser und ein befreundets Ehepaar mit Mercedes G aus Deutschland) werden dort Anfang Juli ankommen und weiterreisen über China (Einreise 10.8.). Nun meine Frage,wo habt ihr das China Visum erhalten? und wo das Visum für Laos? Diese Infos wären sehr wichtig für uns – konnte ich leider aus euren Berichten nicht herausfiltern…
    Für eine baldige Antwort wären wir sehr dankbar und
    schönen Gruß – auch vom Oasis Guisthouse –
    Edelgard Brauner


%d bloggers like this: